Ringvorlesung:

Universelle Eigenschaften des Entscheidens

Alle Lebensformen auf der Erde müssen Entscheidungen in der einen oder anderen Weise treffen, um zu überleben, Nachkommen zu sichern, oder ihre spezifische Nische im Ökosystem unserer Erde auszugestalten und einzunehmen. Im täglichen Leben fällen Menschen ununterbrochen Entscheidungen, allein oder zusammen mit anderen. Wir sind uns selbst gewahr. Wir glauben, dass wir bewusste und wissensbasierte Entscheidungen treffen. Im Gegensatz dazu stehen einfache Lebensformen z.B. Hydren oder Schleimpilze, die kein Gehirn oder nicht einmal ein Nervensystem haben. Nichtsdestoweniger zeigen sie ein komplexes Verhalten, um optimale Entscheidungen zu treffen, die ihr Überleben sichern. Fasst man allgemein Entscheidungsprozesse als die Suche nach einer optimalen Lösung auf, lassen sich auch unbelebte Prozesse als Entscheidungsprozesse verstehen, wie sie z.B. in der Logistik, Telekommunikation oder der Robotik auftreten. An den Bremer Universitäten und Instituten findet sich die Entscheidungsforschung sowohl in den Geistes- und Sozialwissenschaften als auch in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Ein vielfältiges Fächerspektrum an der Universität Bremen und der Jacobs University trägt aktiv zu diesem spannenden Forschungsfeld bei. In den kommenden drei Semestern (SS 2016, WS 2016/2017, SS 2017), werden Bremer Wissenschaftler im 2-wöchigen Rhythmus ihre verschiedenen Disziplinen und Sichtweisen darstellen. Welche Mechanismen von Entscheidungsprozessen gibt es? Existieren, unabhängig von einer speziellen Lebensform oder einem speziellen Prozess, gemeinsame universelle Eigenschaften des Entscheidungsverhaltens? »mehr

Studienfahrten und Exkursionen

Bremen, Berlin & Brüssel

Die Studierenden des Masters Komplexes Entscheiden haben in jedem Jahr die Möglichkeit an Exkursionen (im Bremer Raum) und Studienfahrten (abwechselnd nach Berlin und Brüssel) teilzunehmen.
Dabei erhalten die Studierenden jeweils einen Einblick in Entscheidungssituationen, -routinen und -probleme von Organisationen und Einrichtungen im öffentlichen Raum (z.B. öffentliche Verwaltung, öffentliche und private Unternehmen, Parteien, Gewerkschaften, NGO‘s).
Zusammen werden mit den Expertinnen und Experten vor Ort bezogen auf das jeweilige Thema diverse Fragen diskutiert, wie z. B.: Welche Akteure sind an Entscheidungen beteiligt? Wie werden die Anforderungen und ggf. die Spannungen von Recht, Moral, Politik und Ökonomie austariert? Wie gestaltet sich dabei das Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung, anderen Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern heute? Welcher Voraussetzungen bedarf es, um zu „guten Entscheidungen“ zu gelangen? »mehr

Workshop Beirat:

Abschlussveranstaltung zur Ringvorlesung

Am Donnerstag, dem 03.04.2014, fand ein gemeinsamer Workshop mit Beiratsmitgliedern und Studierenden des Masterstudienganges Komplexes Entscheiden im Wall-Saal der Zentralbibliothek Bremen statt. Die Veranstaltung wurde zum Abschluss der Ringvorlesung „Zwischen Entscheidungseuphorie und -phobie: Komplexes Entscheiden in der Multioptionsgesellschaft“ veranstaltet. »mehr

Ringvorlesung:

Zwischen Entscheidungseuphorie und -phobie: Komplexes Entscheiden in der Multioptionsgesellschaft

Moderne Gesellschaften sind Entscheidungsgesellschaften. Dem allgegenwärtigen Anspruch dabei, die richtige unter vielen möglichen Entscheidungen zu treffen, entkommen weder Individuen noch Organisationen, die Politik schon gar nicht. Zugleich werden die Entscheidungslagen immer komplexer, Individuen und Systeme als Entscheider geraten angesichts von Unübersichtlichkeit und Multioptionalität unter wachsenden Druck. Kein Wunder, dass das individuelle und kollektive Entscheidungsverhalten oftmals zwischen Entscheidungseuphorie und –phobie oszilliert, wobei dazwischen die Lähmung, das Nichtentscheiden liegt.

Entschieden werden muss am Ende aber doch, und das möglichst gut. Was kann dabei helfen? Individuell: Die Besinnung auf Moral, Eigenverantwortung, Solidarität? Kollektiv: Mehr und andere Formen der Bürgerbeteiligung, eine bessere Projektplanung, eine andere Ressourcenverteilung? Oder braucht es mehr generell eine grundsätzliche Neuaustarierung von politischer, ökonomischer, administrativer und juristischer Rationalität, ethische Gesichtspunkte nicht zu vergessen? »mehr

Vortrag von Prof. Dr. Gerd Gigerenzer

Wie trifft man gute Entscheidungen?

24. Februar 2011, Stadtwaage Bremen, 19:00 Uhr

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Workshop

Non-Decision-Making – Interdisciplinary Perspectives

University of Bremen, December 10th and 11th 2010
Haus der Wissenschaft, kleiner Saal » mehr