Kernidee

In öffentlichen Institutionen richten sich das Entscheidungsverhalten und die Muster der Entscheidungsdurchsetzung nach Rationalitäten, die konfligieren können. Politische Opportunismen, administrative Postulate, wirtschaftliches Effizienzstreben und rechtliche Rahmensetzungen stoßen vermeintlich unvermittelbar aufeinander. Dies führt zu Systemparalysen in vielen Bereichen. Institutionen erfüllen ihre eigentlichen Funktionen in Staat und Gesellschaft nur noch eingeschränkt. Die Legitimation der Entscheidungsträger schwindet. Ressourcen fehlen für zahlreiche staatliche und gesellschaftliche Aufgaben. Entscheidungen, die dann als Resignationslösungen aus unsachgemäßem Kompromissdenken oder situativen Zwängen getroffen werden, sind oftmals kontrafunktional und führen dazu, dass viele zentrale Probleme moderner Gesellschaften und ihrer Institutionen nicht gelöst oder gar angegangen werden. Deshalb bedarf es gut ausgebildeter Entscheidungsträger, die in komplexen Entscheidungssituationen einen Blick haben für divergierende Anforderungen und die verschiedenen Folgendimensionen ihres Handelns. Nötig ist die Ausbildung von Entscheidungsträgern, die zur Bewältigung der bestehenden Dilemmata eigene Bewertungsmaßstäbe entwickeln, neue Lösungsalternativen generieren und ihre Entscheidung situations-, problem- und anspruchsgruppengerecht treffen, realisieren und vermitteln können.

Der Master-Studiengang "Professional Public Decision Making" setzt sich deshalb zum Ziel, fachübergreifendes Expertenwissen zu konzentrieren, um umfassende Kompetenzen für komplexe Entscheidungslagen von Nachwuchsführungskräften in öffentlichen Institutionen zu entwickeln. Dazu gehören neben analytischen Fähigkeiten auch normative Autorität ebenso wie kommunikative Kompetenzen. Aufgrund der inhaltlichen und methodischen Vielschichtigkeit von Entscheidungen in öffentlichen Institutionen werden gleichermaßen philosophische, ökonomische, politik-, kultur- und rechtswissenschaftliche Problemanalysen, Lösungskonzepte und Umsetzungsansätze diskutiert. Dabei steht neben der Theorievermittlung auch deren praxisorientierte Anwendung, z.B. in Übungen, im Mittelpunkt des Veranstaltungskatalogs. In die Studienstruktur ist ein achtwöchiges Pflichtpraktikum integriert.